Erweiterung des Rathauses

Baesweiler


Energetische Sanierung und Erweiterung des Rathauses in Baesweiler
Kurz und Top: Kommunikativer Erweiterungsbau mit Ausbildung eines neuen Platzes. Anbindung der Innenstadt durch eine klare Ausrichtung. Multifunktionales Gesamtkonzept: offen – transparent – lebendig – nachhaltig – barrierefrei. Klare identitätsstiftende Architektur zur Stärkung der Bürgerhausfunktion und des bürgerschaftlichen Engagements. Schaffen einer repräsentativen Stadteinfahrt.

Das sanierte und erweiterte Rathaus Baesweiler besteht nach der Umgestaltung aus drei verschiedenen Teilen. Der Bestandsriegel von 1979 wird saniert und erweitert und ihm gegenüber wird einer neuer Riegel errichtet. Diese beherbergen in ihrem klaren Raster alle städtischen Verwaltungsfunktionen, sowie die Sitzungssäle.
Das Kernstück stellt die gläserne Verbindungshalle dar. Sie dient nicht nur als Erschließung des Gebäudes und zwischen den beiden Riegeln, sondern auch als Kommunikationsraum für die gesamte Stadt. Mit einem direkten Bezug zu dem neu gestalteten Vorplatz auf der einen Seite und dem neuen „Stadteingang“ auf der anderen, lädt sie zum Durchqueren und Verweilen ein. Sie ist der Weg durch das Rathaus, der lediglich von einer leichten Glasstruktur überbaut ist. Den Menschen der Stadt dient sie einerseits als funktioneller Raum zur Erledigung städtischer Angelegenheiten und andererseits als Erlebnisraum.
Die Fassade der Halle ist zurückgesetzt, sodass an der Aachener Straße ein Vorplatz entsteht, der in das Rathaus hineinleitet und eine prägnante Eingangssituation schafft. Im Gegensatz zur Bestandssituation ist nun klar erkenntlich, dass sich an dieser Ecke ein wichtiges Gebäude befindet.
Beim Eintreten in die Halle lassen sich die der Öffentlichkeit zugänglichen Bereiche auf den ersten Blick gut erkennen. Sie befinden sich im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss. Beide Seiten des Obergeschosses können auf direktem Wege über eine Treppe mit einer Brücke quer durch den zweigeschossigen Luftraum der Halle erschlossen werden.
Im an der Mariastraße gelegenen Neubauriegel befinden sich die Sitzungssäle, Fraktionsbüros und Bürgermeisterräumlichkeiten. Der große Sitzungssaal überragt den Platz und bildet somit eine überdachte Terrasse, die die Bewohner Baesweilers zum Verweilen nutzen können und die im Sommer auch als Wartebereich für das Bürgerbüro genutzt werden kann.
Die Sitzungssäle, in denen die wichtigen Entscheidungen getroffen werden, sind zu allen Seiten hin offen gestaltet, sodass die Symbolik der Transparenz besonders gut hervorgehoben wird. Zudem verstärkt sich hierdurch der Bezug zur Stadt. Eine besondere Verbindung bietet des Weiteren der Balkon vor dem großen Sitzungssaal.
Im Erdgeschoss dieses neuen Riegels befinden sich die Ämter 30 und 50. Das Bürgerbüro kann flexibel als offene oder geschlossene Büros funktionieren, was sich mit Hilfe von Glasfaltwänden variieren lässt. Die anderen öffentlichen Büros befinden sich auf den ersten beiden Geschossen des gegenüberliegenden Riegels. Im zweiten Obergeschoss beider Riegel befinden sich alle Ämter, die der Öffentlichkeit nicht permanent zugänglich sind.
Die Wartezonen und der Infopoint, sowie ein kleiner Bistrobereich, befinden sich in der Halle. Durch die offene Gestaltung der Halle wird die Orientierung für jeden sehr leicht und offensichtlich. Einen besonderen Platz erhält das Bleiglasfenster aus dem ehemaligen Sitzungsaal. Es wird aufgeständert im Foyer inszeniert.
An der Innenstadtseite öffnet sich das Foyer zu dem neu gestalteten Platz, der eine Verbindung zwischen Rathaus, Kindergarten und Seniorenheim erzeugt. Alle Bürger der Stadt profitieren somit von der Neugestaltung des Außenraums.
Das Ausbauraster nimmt mit einer Unterteilung von 1,20 m die 1,80 m Strukturierung des Bestandrasters auf und erzeugt gleichzeitig eine wirtschaftliche Bürostruktur, die allen Mitarbeitern aus den alten Rathäusern Baesweiler und Setterich Platz bietet.
Es bietet einen hohen Grad an Flexibilität. Je nach Mitarbeiteranzahl der Büros wird diesen eine bestimmte Anzahl von Rasterbreiten zugeordnet, die als Trockenbau oder Systemwandkonstruktionen errichtet werden und somit reversibel oder versetzbar sind. Eine wichtige Komponente für die Umsetzung ist die Korrespondenz des Rasters mit der Fassade, welche durch die gewählte Pfosten-Riegel-Konstruktion ermöglicht wird. Die Wände sind mit Hilfe von Wandverjüngungen passgenau an die Pfosten anzuschließen. Es ergibt sich die Möglichkeit bei einer Neustrukturierung des Rathauses, zum Beispiel aufgrund der vorschreitenden Digitalisierung, die Räume des Rathauses mit einem geringen Aufwand umzugestalten. Einzelbüros können zu Gemeinschaftsbüros, einem Besprechungsraum oder sogar über den gesamten Flur zu einem Großraumbüro zusammengeschlossen werden. Die Alternativen sind sehr zahlreich und können je nach Bedarf frei gewählt werden.